Kalter Hund
Das Stahlhaus aus Nerreth repräsentiert im Fränkischen Freilandmuseum des Bezirk Mittelfranken das 20. Jahrhundert. Es ist in vieler Hinsicht typisch für die Nachkriegszeit. Das 2011 im Freilandmuseum wiederaufgebaut Stahlhaus wurde 1949 in Nerreth aufgestellt. In dieser Zeit versuchten die MAN-Stahlwerke eine Stahlbau-Fertighaus-Produktion zu etablieren. Stahl war der angesagte moderne Werkstoff, und davon gab es noch Reste aus der Rüstungsproduktion, die zu dieser Zeit ruhte. Im zerbombten Deutschland herrschte großer Wohnungsmangel. Durchsetzten konnte sich die Idee des Stahlbau-Fertighauses dennoch nicht. Aber das Stahlhaus im kleinen Weiler Nerreth bot für Generationen ein ländliches Idyll. Es steht für eine moderne Lebensweise. Wohnen und Arbeiten sind getrennte Lebensbereiche; im Stahlhaus wurde nur gewohnt. Der Garten ist kein reiner Nutzgarten, sondern dient mit seinen Blumen und Ziersträuchern eher als Erweiterung des Wohnbereichs. Das Wohnzimmer hat eine Türe direkt nach draußen auf die Terrasse. Dort suchte die Familie mitten im Grünen Erholung.


