Fünf Altarentwürfe des 18. Jahrhunderts: kunstvolle perspektivische
Zeichnungen mit tänzerischen Engeln und elegantestem Rokokodekor. Bis
vor kurzem wusste niemand, woher und von wem die Zeichnungen stammen.
Durch Zufall stößt die junge Kunsthistorikerin Elisabeth Hinterstocker 2008 auf diese hochkarätigen Zeichnungen.
Ein halber Vertrag – kaum zu lesen – auf der Rückseite einer Zeichnung liefert eine Fährte. Die Zeichnungen stammen von Johann Michael Feichtmayr
(1710 - 1772), dem, so Hugo Schnell, „genialsten Wessobrunner
Ornamentiker“. Ein Schatz im Depot des Neuen Stadtmuseums Landsberg!
Erstmals präsentiert die Ausstellung im Neuen Stadtmuseum Landsberg
Feichtmayrs Altarentwürfe der Öffentlichkeit. Sie stellt den Künstler
mit kostbaren Leihgaben als Plastiker vor und vergleicht die
Altarentwürfe mit großformatigen Fotografien der ausgeführten Altäre.
Anschaulich wird erklärt, wie ein Altar funktioniert. Die Präsentation
des Altarbauhandwerks offenbart die Tricks barocker Illusion.
Am Samstag, den 15. November hielt ich eine Einführung zur Jahresaustellung der Künstlergilde Lech/Ammersee. Das Thema der begleitenden Sonderausstellung war "Weich, Rot, 20 x 20". Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt durch das Kunstschaffen der Region.
Mit seinen stimmungsvollen Weihnachtsdarstellungen schuf der Memminger Maler Josef Madlener
(1881 - 1967) populäre Bildwelten: Das Christkind kommt auf die Erde;
Englein begleiten die Weihnachtsvorbereitungen der Kinder; die ganze
Natur nimmt Anteil am heiligen Geschehen.
Madleners Motive waren in den 1920er bis 1960er-Jahren auf
Andachtsbildchen massenhaft verbreitet. Wie heute Fußballstars
sammelten Kinder früher diese farbigen Bildchen.
Die Ausstellung zeigt erstmals die komplette Produktion an
Andachtsbildchen des Ars Sacra-Verlages und repräsentative Ölbilder
Madleners. Eine Ausstellung für die ganze Familie. [→ Christkind - Englein - Rehlein. Populäre Bildwelten Josef Madleners]
Moderne Bildhauerarbeiten von Egon Stöckle
(* 1936) sind den historischen Bildern gegenübergestellt. Der Bildhauer
lebt und arbeitet in Hohenfurch am Lech.
Egon Stöckle besticht durch Reduktion und Konzentration auf
Wesentliches. Seine Darstellungen von Mensch und Tier spielen mit dem
Schatten: Ihr Schatten ist größer als sie selbst – so weisen die
Geschöpfe über sich hinaus.
An Weihnachten feiern wir, wie die Schöpfung mit der Ankunft Christi
über die irdische Existenz hinausweist. [→ Bild und Schatten. Bildhauerarbeiten von Egon Stöckle]
Ab November 2008 übernehme ich die Leitung des Neuen Stadtmuseums Landsberg am Lech. Das 1693 von den Jesuiten gebaute Gebäude, in dem sich das Stadtmuseum befindet, diente ursprünglich als
Gymnasium und ist im Stil eines oberitalienischen Palazzo gehalten.
Das Museum besitzt eine stadtgeschichtliche Sammlung mit Objekten aus der Antike bis zur Gegenwart.
Die aktuell anstehenden Aufgaben sind eine Neukonzipierung der Dauerstellung, eine Verstärkung der Öffentlichkeitsarbeit und, nach 25-jährigem Bestehen des Museums, eine infrastrukturelle Anpassung an die Bedürfnisse der Gegenwart.
Im Wintersemester 2008/09 halte ich an der LMU München das Seminar "Alltagskultur der DDR. Private Nische oder durchherrschte Gesellschaft?".
Das sozialistische System der DDR ist angetreten mit dem Anspruch, das
Leben seiner Bürger von der Kinderkrippe, über die Jugendorganisation, das
Brigadeleben im Betrieb bin hinein ins Wohngebiet vollständig zu durchdringen. Welche
Herrschaftsstrukturen und –formen bestimmten den Alltag? Wie veränderten sich
diese im Laufe der DDR-Geschichte? Wie arrangierten sich auf die Einzelnen mit
diesen Vorgaben und gestalteten ihren Alltag? Wie wird dieser Alltag inzwischen
interpretiert?
Das Seminar gibt eine Einführung in die Geschichte des Alltags in der DDR,
wobei immer wieder Strukturgeschichte der Erfahrungsgeschichte gegenübergestellt
werden soll. Schließlich soll das Entstehen eines Geschichtsbildes zwischen
kritischer Aufarbeitung und ostalgischer Verklärung beobachtet werden.
Neben der Auseinandersetzung mit der Forschungsliteratur und
Quellenarbeit bietet das Seminar die Möglichkeit zu eigenen kleinen empirischen
Studien.
Im Begleitband zur Ausstellung erscheint meine Beitrag "Vom Innenleben der Tasche –
„Frauen brauchen große Handtaschen, Männer genügen sich selbst.“".
Zur Ausstellung:
In unendlichen Variation begleitet die Tasche den Menschen seit jeher zur Arbeit, auf der Reise und in der Freizeit. Die meisten Frauen aber auch immer mehr Männer, würden das Haus nicht ohne Tasche verlassen. Für den einen sit sie einfach praktisch, für den anderen ein Statussymbol oder gar ein Fetischobjekt.