Ab November 2008 übernehme ich die Leitung des Neuen Stadtmuseums Landsberg am Lech. Das 1693 von den Jesuiten gebaute Gebäude, in dem sich das Stadtmuseum befindet, diente ursprünglich als
Gymnasium und ist im Stil eines oberitalienischen Palazzo gehalten.
Das Museum besitzt eine stadtgeschichtliche Sammlung mit Objekten aus der Antike bis zur Gegenwart.
Die aktuell anstehenden Aufgaben sind eine Neukonzipierung der Dauerstellung, eine Verstärkung der Öffentlichkeitsarbeit und, nach 25-jährigem Bestehen des Museums, eine infrastrukturelle Anpassung an die Bedürfnisse der Gegenwart.
Im Wintersemester 2008/09 halte ich an der LMU München das Seminar "Alltagskultur der DDR. Private Nische oder durchherrschte Gesellschaft?".
Das sozialistische System der DDR ist angetreten mit dem Anspruch, das
Leben seiner Bürger von der Kinderkrippe, über die Jugendorganisation, das
Brigadeleben im Betrieb bin hinein ins Wohngebiet vollständig zu durchdringen. Welche
Herrschaftsstrukturen und –formen bestimmten den Alltag? Wie veränderten sich
diese im Laufe der DDR-Geschichte? Wie arrangierten sich auf die Einzelnen mit
diesen Vorgaben und gestalteten ihren Alltag? Wie wird dieser Alltag inzwischen
interpretiert?
Das Seminar gibt eine Einführung in die Geschichte des Alltags in der DDR,
wobei immer wieder Strukturgeschichte der Erfahrungsgeschichte gegenübergestellt
werden soll. Schließlich soll das Entstehen eines Geschichtsbildes zwischen
kritischer Aufarbeitung und ostalgischer Verklärung beobachtet werden.
Neben der Auseinandersetzung mit der Forschungsliteratur und
Quellenarbeit bietet das Seminar die Möglichkeit zu eigenen kleinen empirischen
Studien.
Im Begleitband zur Ausstellung erscheint meine Beitrag "Vom Innenleben der Tasche –
„Frauen brauchen große Handtaschen, Männer genügen sich selbst.“".
Zur Ausstellung:
In unendlichen Variation begleitet die Tasche den Menschen seit jeher zur Arbeit, auf der Reise und in der Freizeit. Die meisten Frauen aber auch immer mehr Männer, würden das Haus nicht ohne Tasche verlassen. Für den einen sit sie einfach praktisch, für den anderen ein Statussymbol oder gar ein Fetischobjekt.
Am Sonntag den 28. September 2008 um 15:00 halte ich im Begleitprogramm zur Ausstellung "In Frauenhand - Eine kleine Geschichte der Handtasche" des Städtischen Museums Göttingen einen Vortrag mit dem Titel "Die Geheimnisse der Damenhandtasche".
Die Ausstellung dreht sich um die Damenhandtasche – Objekt zwischen Mythos und Mode, Form und Funktion. Kostümgeschichtlich ist die Handtasche eine relativ junge Erscheinung, die sich erst seit dem 19. Jahrhundert zu einem eigenständigen Accessoire entwickelte. Doch seit die Handtasche zur Damenmode gehört, ist sie nicht nur nützlicher Begleiter und Notfallkoffer der Frau, sondern auch Metapher für ihre Geheimnisse. Neben alltäglich Notwendigem wie Geld, Schlüssel, Papieren birgt sie auch sehr persönliche Dinge. Der Inhalt einer Tasche spiegelt die jeweilige Lebenssituation ihrer Trägerin wieder. Gleichzeitig ist sie funktionaler Gebrauchsgegenstand, aber auch das wichtigste Accessoire der Mode.
Am Samstag den 6. September 2008 referiere ich auf dem Autorentreffen zur Ausstellung "In Bewegung - Wie Alltag sich verändert" im Freilichtmuseum Hessenpark zum Thema "Spirituell bewegt. Modernes Jakobspilgern". Am Fallbeispiel des Diskurses um den "Jakobsweg" frage ich nach dem Zusammenhang von Mobilität und aktueller Spiritualität. Die Tagung dient der Vorbereitung des Kataloges zur gleichnamigen Ausstellung, die 2009 im Hessenpark eröffnet wird und in den folgenden Jahren durch mehrere Freilichtmuseen wandern wird.
Im Gewand der Gegenwart - eine virtuelle Ausstellung - Eine Proseminararbeit unter der Leitung von Frau Dr. Meggle-Freund und Studierenden des Instituts für Volkskunde/Europäische Ethnologie der Ludwig - Maximilians - Universität in München im Sommersemester 2008.
In den Industriegesellschaften ist Kleidung heute ein Massenkonsumgut.
Längst ist nicht mehr entscheidend, ob man etwas zu Anziehen hat, sondern für
welches Kleidungsstück man sich entscheidet.
Aber welches Gewand spiegelt unsere Gegenwart wieder?