Ebersberger Blüten. Installationen von Daniel Bräg

Geschrieben am 18 Jun, 2013

Ebersberger Blüten - Installationen von Daniel Bräg

Vom 29. Juni bis 8. September 2013 zeigt das
Museum Wald und Umwelt Ebersberg eine Installation des Bildhauers Daniel
Bräg.

An der Schnittstelle zwischen Natur und Kunst,
wo 
organische Strukturen
auf menschliche Gestaltung 
treffen, beginnt der Bildhauer Daniel Bräg (*1964
in 
Pfullendorf) seine
künstlerische Arbeit und führt 
die Gegensätze zusammen: den ewig
währenden 
Naturkreislauf
einerseits und die kulturell bestimmte 
Zeit des Menschen andererseits. In
großen 
Installationen und
Fotografien inszeniert er Wachsen, 
Blühen, Reifen und Verwelken von Obst
und 
Pflanzen.
Schrumpelige Birnen liegen etwa, gebettet 
ins eigene Schimmelbeet, auf
Kühlregalen 
neben
Einmachgläsern, die Zweige mit frisch
aufgeplatzten 
Blätter-
und Blütenknospen konservieren. 
Die Vergänglichkeit der Natur erhält so
eine 
eigene Ästhetik und
Schönheit – befreit von der 
Symbolgewalt barocker Vanitasbilder, die
Prozesse 
der Verwesung zu
Allegorien auf die Nichtigkeit des 
Lebens verkürzen.

Im Museum Wald und Umwelt wird Brägs
aktuelle 
Position der
künstlerischen Naturaneignung mit der 
Ebersberger Holzbibliothek Candid Hubers
konfrontiert. 
Wie Bräg
eignete sich der barocke Mönch 
Candid Huber – dessen 200. Todestag mit der
Ausstellung 
begangen wird
– die ihm bekannte Natur 
an, indem er sie sammelte und präparierte.
Er 
formte die
Naturprodukte der Bäume kunstvoll um. 
Als Bücher präsentiert, wurden sie ihm zu
Produkten 
des Geistes,
die sich die Menschen zu Nutze 
machen sollten.

Während der Laufzeit der Ausstellung arbeitet
der 
Künstler Daniel Bräg
mit Material der Streuobstwiese 
des Museums und schafft neue
Ebersberger 
Blüten. Anschließend werden diese Arbeiten im Haus der Kunst gezeigt.

Einführung zur Ausstellungseröffnung

© Dr. Margarete Meggle-Freund
Kulturwissenschaftlerin
Impressum