{"id":2561,"date":"2021-04-14T13:22:27","date_gmt":"2021-04-14T13:22:27","guid":{"rendered":"https:\/\/margarete.meggle-freund.de\/?p=2561"},"modified":"2021-05-26T13:59:43","modified_gmt":"2021-05-26T13:59:43","slug":"eierbier-fastenspeise-flip-und-festtagstrank","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/margarete.meggle-freund.de\/?p=2561","title":{"rendered":"Eierbier &#8211; Fastenspeise, Flip und Festtagstrank"},"content":{"rendered":"<h1>Eierbier<\/h1>\n<h1>Fastenspeise, Flip und Festtagstrank<\/h1>\n<div>\n<p>Eierbier \u2013 warmes Bier mit Milch und Ei \u2013 erschien mir zuerst ein Kuriosum zu sein. Begonnen hat meine Erfahrung mit Eierbier mit einem Rezept von K\u00e4the Lenhart, die aus dem Sudetenland fl\u00fcchten musste und dann in Ipsheim gelebt hat. Bei Nachforschungen in der histo-rischen Kochbuchliteratur stellte es sich dann aber als ein Grundrezept der traditionellen K\u00fcche heraus, das im Laufe der Zeit unter ganz verschiedenen Vorzeichen \u2013 von der Fastenspeise bis zum Flip \u2013 angeboten wurde. Zu meiner \u00dcberraschung waren meine Testtrinker von dem ungew\u00f6hnlichen Trunk ganz begeistert.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p>Behelfsheime, wie das aus Ottenhofen, das heute im Fr\u00e4nkischen Freilandmuseum des Bezirks Mittelfranken in der Baugruppe 20. Jahrhundert wiederaufgebaut ist, dienten in der Zeit des zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit Ausgebombten und Fl\u00fcchtlingen etwa aus dem Sudetenland als Notunterkunft. In den Behelfsheimen lebten Fl\u00fcchtlinge auf engstem Raum, ohne Bad und WC, aber in den eigenen vier W\u00e4nden. Das war allemal besser, als sich zwangsweise mit anderen Parteien eine Wohnung teilen zu m\u00fcssen. Gerade in dieser Zeit war in der K\u00fcche sparsames Wirtschaften angesagt.<\/p>\n<p>Das sogenannte \u201eEierbier\u201c ist ein Rezept zur Resteverwertung. Wenn einmal Bier \u00fcbrig blieb und es schon nicht mehr ganz so frisch war, wurde daraus warmes Eierbier gemacht. Auf die Frage, was man denn im Sommer vor den Zeiten der Limonade au\u00dfer Wasser so getrunken hat, erz\u00e4hlten Frau Arnold und Herr Hartlehnert \u2013 zwei Mitarbeiter des Freilandmuseums, die in der N\u00e4he von Bad Windsheim in D\u00f6rfern aufgewachsen sind \u2013 unabh\u00e4ngig voneinander von warmem Bier als Getr\u00e4nk. Das gab es in ihrer Jugend (F\u00fcnfziger- und Sechzigerjahre) in Gl\u00e4sern zu einer Mahlzeit dazu. Es wurde im Sommer und auch im Winter getrunken. Auch Kinder haben es in kleinerer Menge bekommen.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/csm_Behelfsheim_aus_Ottenhofen_im_Fraenkischen_Freilandmusuem__Foto_Margarete_Meggle-Freund_kl_f216a58182.jpg\" alt=\"\"><\/p>\n<div>\n<p><i>Behelfsheim aus Ottenhofen im Fr\u00e4nkischen Freilandmuseum, Foto Margarete Meggle-Freund<\/i><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/csm_Huehner_im_Fraenkischenen_Freilandmuseum___Foto_Meggle-Freund_6ef7cc5081.jpg\" alt=\"\"><\/p>\n<div>\n<p><i>H\u00fchner im Fr\u00e4nkischen Freilandmuseum, Foto Margarete Meggle-Freund<\/i><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<h4>Ein Grundrezept f\u00fcr Bier-Suppe, Bier-Mus und auch Eier-Bier<\/h4>\n<div>\n<p>Im \u201eBayerischen Kochbuch\u201c, dem Standardwerk der K\u00fcche in Bayern, das bis heute erscheint, findet sich sowohl ein Rezept f\u00fcr Eier-Bier (Nr. 1716) als auch eines f\u00fcr Biersuppe (Nr. 115). Die Rezepte sind bis auf 20g St\u00e4rkemehl, mit dem die Biersuppe etwas gebunden wird, identisch. Als Grundrezept wird Bier mit Milch oder Wasser und etwas Gew\u00fcrzen erw\u00e4rmt. Die Suppe wird mit Mehl, St\u00e4rkemehl, \u00fcbergossenen Semmeln oder Brot (auch altem und trockenem) gerne etwas angedickt. Noch dicker ergibt sich ein Bier-Mus, das auch in einigen historischen Kochb\u00fcchern erw\u00e4hnt wird. Wobei die Grenze zwischen einer fl\u00fcssigen Suppe und einem breiigen Mus flie\u00dfend ist \u2013 galt doch eine Suppe dann als gut, wenn sie besonders dick und gehaltvoll war. Noch bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts hinein war das Mus, ein Brei auf Getreidebasis, als erstes Gericht am Morgen \u00fcblich. Mus wurde aber auch zu den anderen Tageszeiten gegessen. Aus dem Mus hat sich unser heute wieder modernes M\u00fcsli entwickelt.<\/p>\n<p>Vor der Einf\u00fchrung der Kartoffel war Bier neben Brot ein Hauptnahrungsmittel breiter Bev\u00f6lkerungsschichten in Mittel- und Nordeuropa. Der Kulturhistoriker Wolfgang Schivelbusch schreibt: \u201eDie massigen schweren K\u00f6rpertypen, die die niederl\u00e4ndische Malerei des 17. Jahrhunderts bev\u00f6lkern \u2026 sind nahrungsphysiologisch mit dem hohen Bier- und Biersuppenkonsum zu erkl\u00e4ren.\u201c (S. 36) Vielerorten war das allerdings D\u00fcnnbier. Wasser konnte keimbelastet sein. Bier dagegen hatte den Vorteil durch die Hitze bei der Zubereitung und den enthaltenen Alkohol ein nahrhaftes und zugleich hygienisches Getr\u00e4nk und Lebensmittel darzustellen. Eine generelle Aussage, wieviel Bier konsumiert wurde, ist kaum m\u00f6glich. So gab es Regionen, in denen eher Bier getrunken wurde, w\u00e4hrend andere Regionen vom Weinbau gepr\u00e4gt waren. In den Obst- und Weinregionen Frankens war Bier in der Nachkriegszeit eher ein kostbares Lebensmittel, das gelegentlich beim Wirt geholt wurde. Eine Vertriebenenfamilie berichtet als Beleg daf\u00fcr, wie sparsam sie gelebt habe, dass man sich am Sonntag in der vierk\u00f6pfigen Familie eine Flasche Bier geteilt habe.<\/p>\n<p>In vielen historischen Kochb\u00fcchern sind Rezepte f\u00fcr Biersuppe enthalten, beispielsweise im \u201eVollst\u00e4ndigen N\u00fcrnbergischen Kochbuch\u201c, das 1691 in N\u00fcrnberg gedruckt wurde. Hier finden sich sechs Rezepte f\u00fcr Biersuppe (Nr. 52 \u2013 Nr. 57). Dieses Kochbuch r\u00fchmt sich auf der Titelseite Rezepte \u201enach eines jeden Beutel \u2026 so wol gemeine \/ als rare Speisen\u201c anzubieten; \u2026 in Suppen \/ Musen \/ Pasteten \/ Br\u00fchen \u2026\u201c. So sind hier auch einige Rezepte f\u00fcr die morgendlichen Breie (Weinmuse Nr. 1 \u2013 9 und Biermuse Nr. 10 \u2013 11) angeboten. Das allt\u00e4gliche Mus und der Brei sind in den eher oberschichtlich orientierten gedruckten Kochb\u00fcchern sonst eher selten empfohlen. Aber auch im Vollst\u00e4ndigen N\u00fcrnbergischen Kochbuch kommen zuerst die Rezepte mit Wein: Weinmuse und Weinsuppen (Nr. 43 &#8211; 47, 49 &#8211; 51, und weitere Suppe auf Weinbasis mit andern Geschmackszutaten). Die Rezepte f\u00fcr Bier- und Weinsuppe entsprechen sich von der Zubereitung. Aber Wein war seit dem 16. Jahrhundert teurer als Bier, da Wein in den meisten Regionen Deutschlands eingef\u00fchrt werden musste. Von da an wurde Wein zum bevorzugten Getr\u00e4nk der H\u00f6fe. Dementsprechend finden sich in den Kochb\u00fcchern mehr feine Rezept mit dem h\u00f6herwertigen Wein. Besondere Raffinesse entwickelt Sophie Juliane Weiler 1788 im Augsburgischen Kochbuch mit einer Wein- oder Biersuppe mit \u201eChocolade\u201c. Sogar im \u201eN\u00fcrnberger Puppen-Kochbuch\u201c, 1896 herausgegeben von Tante Betty, das \u2013 passend zur b\u00fcrgerlichen Puppenstube \u2013 in einem Miniaturformat erschien, findet sich als Nr. 127 \u201eWarmes Bier auf andere Art\u201c. Aus Bier und mit Bier zubereitete Speisen waren bis Anfang 20. Jahrhundert allgemein verbreitet und f\u00fcr alle Altersstufen \u00fcblich.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/csm_Milchtoepfe_und_auch_der_kleine_Bierkrug_trocknen_auf_dem_Zaun_vor_dem_Haus__Mainstockheim_1964__Foto_Otto_Beck_im_Bildarchiv_des_FFM_kl_a6fb682f53.jpg\" alt=\"\"><\/p>\n<div>\n<p><i>\u201eMilcht\u00f6pfe\u201c und auch der kleine Bierkrug aus Steingut trocknen auf dem Zaun vor dem Haus; Mainstockheim 1964, Foto Otto Beck im Bildarchiv des Fr\u00e4nkischen Freilandmuseums<\/i><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Biersuppe_in_Vollstaendiges_Nuernbergisches_Kochbuch_von_1691.jpg\" alt=\"\"><\/p>\n<div>\n<p><i>Zwei Rezepte f\u00fcr Biersuppen in \u201eVollst\u00e4ndiges N\u00fcrnbergisches Kochbuch\u201c, gedruckt 1691<\/i><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<h4>Das Gelbe vom Ei \u2013 was gesund ist und n\u00e4hrt<\/h4>\n<div>\n<p>Die dank des Bieres nahrhafte Biersuppe und das Biermus f\u00fchrt das N\u00fcrnbergische Kochbuch von 1691 sowohl in der Rubrik \u201eKranken-Speisen\u201c als auch bei den \u201eFasten-Speisen\u201c auf. Johann Albrecht Grunauer h\u00e4lt in seinem Kochbuch, das 1733 in N\u00fcrnberg erschien, in Rezept Nr. 54 \u201eeine andere weisse Bier-Suppe\u201c dienlich f\u00fcr jene, \u201edie so mit den Husten sehr behaftet sind\u201c. Eine Wein-Suppe (Nr. 51) empfiehlt er f\u00fcr \u201eSchwinds\u00fcchtige\u201c. Der Lehrer Leonhard Conrad schreibt 1804 in seiner \u201eDarstellung des Dorfes Weimersheim in seinem ganzen Umfang\u201c unter den besonderen Br\u00e4uchen \u00fcber die Kindstaufe:<\/p>\n<p><em>\u201eBei dem Kindbettschmaus kommen 20-30 Weiber zusammen und verschlecken und genie\u00dfen f\u00fcr 12 &#8211; 16 fl. [= Gulden] Wecken. Die Gevatterin aber hat daf\u00fcr zu sorgen, dass t\u00fcchtig Zucker vorhanden sei, womit man s\u00fc\u00dfes Bier macht, und mit Wecken in eine gro\u00dfe Sch\u00fcssel eingebrockt, [und] austunkt. Jedes Weib schenkt aber nachher t\u00fcchtig ins Kindbett.\u201c (S. 174)<\/em><\/p>\n<p>In Weimersheim bei Wei\u00dfenburg war das Eierbier wohl eine st\u00e4rkende Speise f\u00fcr die W\u00f6chnerinnen und gleichzeitig ein Festspeise f\u00fcr die Frauen des Dorfes.<\/p>\n<p>Viele der zu seiner Zeit g\u00e4ngigen Gesundheitsvorstellungen und Wertungen der verschiedenen Getr\u00e4nke fasst Bernhard Christoph Faust in seinem Gesundheitskatechismus zum Gebrauche in den Schulen und beim h\u00e4uslichen Unterricht, gedruckt Wien 1795, zusammen. Dieses Werk war ausgesprochen popul\u00e4r und erschien in sechs Auflagen. Faust schreibt \u201eDer Wein, als Arzeney, erquikt den Matten und Schwachen\u201c (S. 66). Wein galt ihm als besonders st\u00e4rkend. Das g\u00e4ngige Bier toleriert er in seinem Frage-Antwort-Schema des Katechismus: \u201eIst das Bier ein gesundes Getr\u00e4nk? D\u00fcnnes, rein ausgegohrnes Bier ist f\u00fcr Erwachsene wohl nicht sch\u00e4dlich. Gutes Wasser ist aber ges\u00fcnder und viel besser.\u201c In der Fu\u00dfnote dazu: \u201eKinder verlieren durch Biertrinken die Lust zum Wasser, und legen den Grund zum Kaffe- Wein und Brannteweintrinken.\u201c (S. 65) kommt der Lehrer und Volksaufkl\u00e4rer durch, der zu M\u00e4\u00dfigkeit und gesundem Lebensstil auffordert und vor teuren Genussmitteln wie Kaffee und Wein warnt. Der Branntwein war zu dieser Zeit \u2013 und erst recht dann in der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts \u2013 das verbreitete Getr\u00e4nk, mit dem sich die einfachen Menschen betranken und auch die Droge, mit der sich viele in der Last der Arbeit bet\u00e4ubten. Das Bier dagegen galt den Aufkl\u00e4rern als der gesunde Alkohol.<\/p>\n<p>\u201eGesund\u201c wird unser Eierbier dann auch noch durch das zugegebene Eigelb \u2013 \u201edas Gelbe vom Ei\u201c, wie die Redewendung sagt. Denn der Dotter galt als das Wertvollste vom Ei. Eine Erkl\u00e4rung daf\u00fcr liefert ein anderer Aufkl\u00e4rer, n\u00e4mlich der Arzt Johann Georg Kr\u00fcnitz in seiner \u00d6konomischen Enzyklop\u00e4die, die 1773 bis 1858 erschien:<\/p>\n<p><em>\u201eWas die Wirkung der Eyer und der daraus zubereiteten Speisen, in Absicht auf die Gesundheit, betrifft so l\u00e4\u00dft sich dieselbe, nach den Eigenschaften ihrer beyden wesentlichen Theile, und nach ihrer Zubereitung, leicht beurtheilen. \u2026 bey einer st\u00e4rkern Hitze aber wird es dick, und endlich zu einem trocknen, z\u00e4hen, unaufl\u00f6sbaren Klumpen. Soll das Eywei\u00df verdauet werden, so mu\u00df seine z\u00e4he Eigenschaft vermindert werden. Es mu\u00df, wie die Gallerte, mit Wasser verd\u00fcnnet werden, sonst bleibt es als ein steinharter K\u00f6rper im Magen liegen. \u2026<br \/>Der Eydotter hat wenigern Zusammenhang, und ist daher in einem reinen Magen leichtverdaulicher. \u2026 Es n\u00e4hrt ebenfalls sehr stark. \u2026 Am gesundesten sind die Eyer, je mehr man sie in ihrem nat\u00fcrlichen Zustande gela\u00dfen hat, und je weniger sie durch starkes Feuer und gro\u00dfe Hitze in ihrer milden Beschaffenheit ver\u00e4ndert worden sind. So gehen z. E. die rohen Eyer, die Schl\u00fcrfeyer, die Stippeyer, die dotterweichen Eyer, die gef\u00e4llten und endlich die ged\u00e4mpften Eyer, wenig oder gar nicht von ihrer urspr\u00fcnglichen nat\u00fcrlichen Beschaffenheit ab, und sind eine leichtverdauliche, sehr nahrhafte und \u00fcberaus gesunde Speise. Sie ersetzen die verlornen Kr\u00e4fte sehr geschwind bey Entkr\u00e4fteten und Wiedergeneseten; sie sind die schicklichste Nahrung f\u00fcr Schwinds\u00fcchtige, f\u00fcr Kranke, die kein Fieber haben, und f\u00fcr alle diejenigen, die einen schwachen Magen haben, \u2026<br \/>Indessen ist doch auch denen, die sich eines reinen Magens zu erfreuen haben, die Behutsamkeit anzurathen, da\u00df sie nicht auf einmahl zuviel Eyer essen, \u2026 Vielleicht hat dieses vor Zeiten die Salernitanische Schule bewogen, den Rath zu ertheilen, da\u00df man zu jedem Ey ein Glas Wein trinken soll.\u201c (Stichwort Ey in Bd. 11)<\/em><\/p>\n<p>Kr\u00fcnitz schlie\u00dft hier nach dem \u00c4hnlichkeitsprinzip, dass fl\u00fcssiges Eigelb den fl\u00fcssigen K\u00f6rpers\u00e4ften entspricht und deshalb ges\u00fcnder sei als Eigelb. Das Rezept der Weinsuppe mit Ei \u00fcbersetzt seine Gesundheitsregeln perfekt in die Kochpraxis. Aber auch das Eierbier, in dem die Eier nur legiert und nicht gekocht werden, ergibt nach Kr\u00fcnitz\u00b4 Vorstellungen \u201eeine leichtverdauliche, sehr nahrhafte und \u00fcberaus gesunde Speise\u201c. Viel von dieser Einsch\u00e4tzung der Eier hat sich bis heute gehalten. In der Kochlehre des Bayerischen Kochbuches z.B. hei\u00dft es noch in j\u00fcngsten Auflagen \u201eDas Eigelb ist wertvoller als das Eiklar, in legierter Form sehr leicht verdaulich.\u201c (S. 321)<\/p>\n<p>Im Internet wird Eierbier noch heute vereinzelt als Hausmittel bei Erk\u00e4ltungen empfohlen. Dabei ist zu beachten, was auch schon Kr\u00fcnitz beschreibt, dass roh verzehrte Eier unbedingt frisch sein sollten. Sonst besteht die Gefahr sich mit Salmonellen zu infizieren. Heutige Gesundheitsexperten warnen allerdings davor, bei Fieber Alkohol in gr\u00f6\u00dferer Menge zu trinken, weil er das Immunsystem belastet. Hopfen dagegen wirkt beruhigend und f\u00f6rdert den Schlaf. Ingwer und Honig finden sich auch weiterhin in vielen neueren Erk\u00e4ltungsmitteln. So wird das Eierbier \u2013 in Ma\u00dfen und gelegentlich getrunken \u2013 nicht schaden.<\/p>\n<\/div>\n<h4>Umwertungen \u2013 ein Getr\u00e4nk unter verschiedenen Vorzeichen<\/h4>\n<div>\n<p>Rezepte f\u00fcr Eierbier findet sich noch in ganz anderen Zusammenh\u00e4ngen unter anderen Namen. Im Maggi-Kochbuch aus den Drei\u00dfigerjahren ist ein Rezept eingeordnet in die Rubrik \u201eErfrischungsgetr\u00e4nke\u201c und verwendet das als besonders nahrhaft geltende Malzbier. Im Bayerischen Kochbuch begegnet uns das Eierbier auch in der Rubrik \u201eFlips\u201c. Unter diesem Namen, der vom englischen \u201eto flip\u201c (aufschlagen) kommt, waren in den Siebzigerjahren Mixgetr\u00e4nke aus Alkohol, Ei und Sahne modern. Die CocktailsWorld (https:\/\/www.cocktailsworld.net) erkl\u00e4rt, dass das Ei aufgeschlagen eine sch\u00f6ne Schaumkrone ergibt. Au\u00dferdem werde der Drink dadurch weicher und der Alkohol somit geschmacklich entsch\u00e4rft. Und mit dem Ei komme Umami als zus\u00e4tzliche Geschmackskomponente hinzu. Deshalb sind Eier in Cocktails nach wie vor modern. In England und Amerika sind solche Getr\u00e4nke unter dem Namen \u201eEggnogs\u201c seit dem 19. Jahrhundert ein traditionelles Getr\u00e4nk f\u00fcr Weihnachten und Neujahr. Das sind alkoholische Getr\u00e4nke mit Ei, Zucker und Milch oder Sahne. Urspr\u00fcnglich wurden sie im Winter warm getrunken; inzwischen gibt es Eggnogs als alkoholische Fertigprodukte, die auch kalt getrunken werden, das ganze Jahr \u00fcber. So wurde und wird die traditionelle Rezeptur des warmen Alkohols mit Ei und Milch \u00fcber die Zeit unter ganz unterschiedlichen Vorzeichen getrunken: als Reste-Essen, N\u00e4hrbier, als st\u00e4rkendes Getr\u00e4nk, Krankenkost, Fastenspeise, als traditioneller Weihnachtsdrink, oder als Flip und heute als Cocktail.<\/p>\n<\/div>\n<h4>Eierbier<\/h4>\n<div>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/csm_Eierbier__Foto_Margarete_Meggle-Freund_kl_c191d50aaf.jpg\" alt=\"\"><\/p>\n<div>\n<p><i>Eierbier, Foto Margarete Meggle-Freund<\/i><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div>\n<p>Oma K\u00e4the Lenharts Rezept f\u00fcr das Eierbier ist wunderbar schlicht und damit alltagstauglich: Bier und Milch auf kleiner Stufe erw\u00e4rmen. Dann von der Platte nehmen und vorsichtig das Ei unterr\u00fchren und viel Zucker und Zimt zugeben. Damit es noch besser gegen Erk\u00e4ltungen hilft, ersetze ich den Zucker durch Honig und w\u00fcrze mit Ingwersaft. Das Aufschlagen von Sahne und Ei mit dem elektrischen Handmixer ergibt einen stabilen, dekorativen Schaum.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Foto hat mir eine Nachbarin einen kleinen Glaskrug geliehen. Sie bekam ihn Ende der Siebzigerjahre als rustikales Geschenk vom Gasthof Gockel, in dem sie geheiratet hatte. Das Glas war so schlicht, dass der gute Krug f\u00fcr den Gebrauch zum Trinken geeignet war, und doch so edel gl\u00e4nzend, dass er auch f\u00fcr die Vitrine zur Dekoration dienen konnte und so den Hochzeitsgasthof \u00fcber die Jahre in Erinnerung hielt. In Franken hei\u00dft ein solcher Krug von einem halben Liter Volumen \u201eSeidel\u201c. Ein \u201eSeidla\u201c ist im fr\u00e4nkischen Raum die g\u00e4ngige Einheit des Bierausschanks. Und die Katze der Wirtsleute der Wirtschaft am Kommunbrauhaus im Fr\u00e4nkischen Freilandmuseum wird auch \u201eSeidla\u201c gerufen.<\/p>\n<p>1 Liter ergibt: 500 ml helles Bier, 150 ml Schlagsahne, 350 ml Wasser, 3 Eigelb, 1 geh\u00e4ufter Essl\u00f6ffel Honig (z. B. der aus dem Fr\u00e4nkischen Freilandmuseum) oder 50g Zucker, 2 Essl\u00f6ffel Ingwersaftkonzentrat (z.B. \u201eBens`s Ginger oder \u201eInge\u201c oder \u201ePure Ginger\u201c), gemahlener Zimt<\/p>\n<p>Die Eidotter werden mit Honig und Sahne mit dem Handmixer aufgeschlagen und nach und nach wird die Milch dazu gegeben. W\u00e4hrenddessen wird das Bier vorsichtig erw\u00e4rmt und die Sahne-Eimasse legiert. Das Getr\u00e4nk darf nicht kochen, sonst flockt das Ei und der gesundheitliche Wert des Honigs geht verloren. Zur Abrundung einen Schuss Ingwersaft zugeben. Oben auf den Schaum etwas gemahlenen Zimt streuen.<\/p>\n<p>Wohl bekomm\u2019s! Prosit auf die Gesundheit!<\/p>\n<\/div>\n<p><a href=\"https:\/\/freilandmuseum.de\/\"><img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/freilandmuseum_badwindsheim_signet_RGB_gross-1.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/p>\n<div>\n<p>In meiner<a href=\"https:\/\/margarete.meggle-freund.de\/?page_id=1950\"> Kulinarikserie<\/a> des<a href=\"https:\/\/freilandmuseum.de\/\"> Fr\u00e4nkischen\u00a0 Freilandmuseum Bad Windsheim<\/a>\u00a0finden sich alte und erneuerte Rezepte mit Zutaten aus Franken, einfach und allt\u00e4glich, oder auch einmal aufwendigere, kreative Rezepte mit kulturhistorischem Hintergrund.<\/p>\n<\/div>\n<p><!-- {\"name\":\"Bratwurstpfanne\",\"type\":\"layout\",\"children\":[{\"type\":\"section\",\"props\":{\"style\":\"default\",\"width\":\"default\",\"vertical_align\":\"middle\",\"title_position\":\"top-left\",\"title_rotation\":\"left\",\"title_breakpoint\":\"xl\",\"image_position\":\"center-center\"},\"children\":[{\"type\":\"row\",\"children\":[{\"type\":\"column\",\"props\":{\"image_position\":\"center-center\",\"media_overlay_gradient\":\"\"},\"children\":[{\"type\":\"headline\",\"props\":{\"title_element\":\"h1\",\"content\":\"Eierbier\",\"margin_remove_bottom\":false}},{\"type\":\"headline\",\"props\":{\"title_element\":\"h1\",\"content\":\"Fastenspeise, Flip und Festtagstrank\",\"title_style\":\"h3\",\"margin_remove_top\":true}},{\"type\":\"text\",\"props\":{\"margin\":\"default\",\"column_breakpoint\":\"m\",\"content\":\"\n\n<p>Eierbier \\u2013 warmes Bier mit Milch und Ei \\u2013 erschien mir zuerst ein Kuriosum zu sein. 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Jahrhundert wiederaufgebaut ist, dienten in der Zeit des zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit Ausgebombten und Fl\\u00fcchtlingen etwa aus dem Sudetenland als Notunterkunft. In den Behelfsheimen lebten Fl\\u00fcchtlinge auf engstem Raum, ohne Bad und WC, aber in den eigenen vier W\\u00e4nden. Das war allemal besser, als sich zwangsweise mit anderen Parteien eine Wohnung teilen zu m\\u00fcssen. Gerade in dieser Zeit war in der K\\u00fcche sparsames Wirtschaften angesagt.<\\\/p>\\n\n\n<p>Das sogenannte \\u201eEierbier\\u201c ist ein Rezept zur Resteverwertung. Wenn einmal Bier \\u00fcbrig blieb und es schon nicht mehr ganz so frisch war, wurde daraus warmes Eierbier gemacht. Auf die Frage, was man denn im Sommer vor den Zeiten der Limonade au\\u00dfer Wasser so getrunken hat, erz\\u00e4hlten Frau Arnold und Herr Hartlehnert \\u2013 zwei Mitarbeiter des Freilandmuseums, die in der N\\u00e4he von Bad Windsheim in D\\u00f6rfern aufgewachsen sind \\u2013 unabh\\u00e4ngig voneinander von warmem Bier als Getr\\u00e4nk. Das gab es in ihrer Jugend (F\\u00fcnfziger- und Sechzigerjahre) in Gl\\u00e4sern zu einer Mahlzeit dazu. Es wurde im Sommer und auch im Winter getrunken. Auch Kinder haben es in kleinerer Menge bekommen.<\\\/p>\"}}]},{\"type\":\"column\",\"props\":{\"image_position\":\"center-center\",\"media_overlay_gradient\":\"\",\"width_medium\":\"2-5\"},\"children\":[{\"type\":\"panel\",\"props\":{\"link_text\":\"Read more\",\"title_hover_style\":\"reset\",\"title_element\":\"h3\",\"title_align\":\"top\",\"title_grid_width\":\"1-2\",\"title_grid_breakpoint\":\"m\",\"meta_style\":\"meta\",\"meta_align\":\"below-title\",\"meta_element\":\"div\",\"content_column_breakpoint\":\"m\",\"icon_width\":80,\"image_align\":\"top\",\"image_grid_width\":\"1-2\",\"image_grid_breakpoint\":\"m\",\"image_svg_color\":\"emphasis\",\"link_style\":\"default\",\"margin\":\"default\",\"content\":\"\n\n<p><i>Behelfsheim aus Ottenhofen im Fr\\u00e4nkischen Freilandmuseum, Foto Margarete Meggle-Freund<\\\/i><\\\/p>\",\"image\":\"wp-content\\\/uploads\\\/2021\\\/05\\\/csm_Behelfsheim_aus_Ottenhofen_im_Fraenkischen_Freilandmusuem__Foto_Margarete_Meggle-Freund_kl_f216a58182.jpg\",\"panel_style\":\"card-default\"},\"name\":\"Behelfsheim aus Ottenhofen im Fr\\u00e4nkischen Freilandmuseum, Foto Margarete Meggle-Freund\"},{\"type\":\"panel\",\"props\":{\"link_text\":\"Read more\",\"title_hover_style\":\"reset\",\"title_element\":\"h3\",\"title_align\":\"top\",\"title_grid_width\":\"1-2\",\"title_grid_breakpoint\":\"m\",\"meta_style\":\"meta\",\"meta_align\":\"below-title\",\"meta_element\":\"div\",\"content_column_breakpoint\":\"m\",\"icon_width\":80,\"image_align\":\"top\",\"image_grid_width\":\"1-2\",\"image_grid_breakpoint\":\"m\",\"image_svg_color\":\"emphasis\",\"link_style\":\"default\",\"margin\":\"default\",\"content\":\"\n\n<p><i>H\\u00fchner im Fr\\u00e4nkischen Freilandmuseum, Foto Margarete Meggle-Freund<\\\/i><\\\/p>\",\"image\":\"wp-content\\\/uploads\\\/2021\\\/05\\\/csm_Huehner_im_Fraenkischenen_Freilandmuseum___Foto_Meggle-Freund_6ef7cc5081.jpg\",\"panel_style\":\"card-default\"},\"name\":\"H\\u00fchner im Fr\\u00e4nkischen Freilandmuseum, Foto Margarete Meggle-Freund\"}]}]},{\"type\":\"row\",\"children\":[{\"type\":\"column\",\"props\":{\"image_position\":\"center-center\",\"media_overlay_gradient\":\"\"},\"children\":[{\"type\":\"headline\",\"props\":{\"title_element\":\"h4\",\"content\":\"Ein Grundrezept f\\u00fcr Bier-Suppe, Bier-Mus und auch Eier-Bier\"},\"name\":\"Ein Grundrezept f\\u00fcr Bier-Suppe, Bier-Mus und auch Eier-Bier\"}]}]},{\"type\":\"row\",\"props\":{\"layout\":\"3-5,2-5\"},\"children\":[{\"type\":\"column\",\"props\":{\"image_position\":\"center-center\",\"media_overlay_gradient\":\"\",\"width_medium\":\"3-5\"},\"children\":[{\"type\":\"text\",\"props\":{\"margin\":\"default\",\"column_breakpoint\":\"m\",\"content\":\"\n\n<p>Im \\u201eBayerischen Kochbuch\\u201c, dem Standardwerk der K\\u00fcche in Bayern, das bis heute erscheint, findet sich sowohl ein Rezept f\\u00fcr Eier-Bier (Nr. 1716) als auch eines f\\u00fcr Biersuppe (Nr. 115). Die Rezepte sind bis auf 20g St\\u00e4rkemehl, mit dem die Biersuppe etwas gebunden wird, identisch. Als Grundrezept wird Bier mit Milch oder Wasser und etwas Gew\\u00fcrzen erw\\u00e4rmt. Die Suppe wird mit Mehl, St\\u00e4rkemehl, \\u00fcbergossenen Semmeln oder Brot (auch altem und trockenem) gerne etwas angedickt. Noch dicker ergibt sich ein Bier-Mus, das auch in einigen historischen Kochb\\u00fcchern erw\\u00e4hnt wird. Wobei die Grenze zwischen einer fl\\u00fcssigen Suppe und einem breiigen Mus flie\\u00dfend ist \\u2013 galt doch eine Suppe dann als gut, wenn sie besonders dick und gehaltvoll war. Noch bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts hinein war das Mus, ein Brei auf Getreidebasis, als erstes Gericht am Morgen \\u00fcblich. Mus wurde aber auch zu den anderen Tageszeiten gegessen. Aus dem Mus hat sich unser heute wieder modernes M\\u00fcsli entwickelt.<\\\/p>\\n\n\n<p>Vor der Einf\\u00fchrung der Kartoffel war Bier neben Brot ein Hauptnahrungsmittel breiter Bev\\u00f6lkerungsschichten in Mittel- und Nordeuropa. Der Kulturhistoriker Wolfgang Schivelbusch schreibt: \\u201eDie massigen schweren K\\u00f6rpertypen, die die niederl\\u00e4ndische Malerei des 17. Jahrhunderts bev\\u00f6lkern \\u2026 sind nahrungsphysiologisch mit dem hohen Bier- und Biersuppenkonsum zu erkl\\u00e4ren.\\u201c (S. 36) Vielerorten war das allerdings D\\u00fcnnbier. Wasser konnte keimbelastet sein. Bier dagegen hatte den Vorteil durch die Hitze bei der Zubereitung und den enthaltenen Alkohol ein nahrhaftes und zugleich hygienisches Getr\\u00e4nk und Lebensmittel darzustellen. Eine generelle Aussage, wieviel Bier konsumiert wurde, ist kaum m\\u00f6glich. So gab es Regionen, in denen eher Bier getrunken wurde, w\\u00e4hrend andere Regionen vom Weinbau gepr\\u00e4gt waren. In den Obst- und Weinregionen Frankens war Bier in der Nachkriegszeit eher ein kostbares Lebensmittel, das gelegentlich beim Wirt geholt wurde. Eine Vertriebenenfamilie berichtet als Beleg daf\\u00fcr, wie sparsam sie gelebt habe, dass man sich am Sonntag in der vierk\\u00f6pfigen Familie eine Flasche Bier geteilt habe.<\\\/p>\\n\n\n<p>In vielen historischen Kochb\\u00fcchern sind Rezepte f\\u00fcr Biersuppe enthalten, beispielsweise im \\u201eVollst\\u00e4ndigen N\\u00fcrnbergischen Kochbuch\\u201c, das 1691 in N\\u00fcrnberg gedruckt wurde. Hier finden sich sechs Rezepte f\\u00fcr Biersuppe (Nr. 52 \\u2013 Nr. 57). Dieses Kochbuch r\\u00fchmt sich auf der Titelseite Rezepte \\u201enach eines jeden Beutel \\u2026 so wol gemeine \\\/ als rare Speisen\\u201c anzubieten; \\u2026 in Suppen \\\/ Musen \\\/ Pasteten \\\/ Br\\u00fchen \\u2026\\u201c. So sind hier auch einige Rezepte f\\u00fcr die morgendlichen Breie (Weinmuse Nr. 1 \\u2013 9 und Biermuse Nr. 10 \\u2013 11) angeboten. Das allt\\u00e4gliche Mus und der Brei sind in den eher oberschichtlich orientierten gedruckten Kochb\\u00fcchern sonst eher selten empfohlen. Aber auch im Vollst\\u00e4ndigen N\\u00fcrnbergischen Kochbuch kommen zuerst die Rezepte mit Wein: Weinmuse und Weinsuppen (Nr. 43 - 47, 49 - 51, und weitere Suppe auf Weinbasis mit andern Geschmackszutaten). Die Rezepte f\\u00fcr Bier- und Weinsuppe entsprechen sich von der Zubereitung. Aber Wein war seit dem 16. Jahrhundert teurer als Bier, da Wein in den meisten Regionen Deutschlands eingef\\u00fchrt werden musste. Von da an wurde Wein zum bevorzugten Getr\\u00e4nk der H\\u00f6fe. Dementsprechend finden sich in den Kochb\\u00fcchern mehr feine Rezept mit dem h\\u00f6herwertigen Wein. Besondere Raffinesse entwickelt Sophie Juliane Weiler 1788 im Augsburgischen Kochbuch mit einer Wein- oder Biersuppe mit \\u201eChocolade\\u201c. Sogar im \\u201eN\\u00fcrnberger Puppen-Kochbuch\\u201c, 1896 herausgegeben von Tante Betty, das \\u2013 passend zur b\\u00fcrgerlichen Puppenstube \\u2013 in einem Miniaturformat erschien, findet sich als Nr. 127 \\u201eWarmes Bier auf andere Art\\u201c. Aus Bier und mit Bier zubereitete Speisen waren bis Anfang 20. Jahrhundert allgemein verbreitet und f\\u00fcr alle Altersstufen \\u00fcblich.<\\\/p>\"}}]},{\"type\":\"column\",\"props\":{\"image_position\":\"center-center\",\"media_overlay_gradient\":\"\",\"width_medium\":\"2-5\"},\"children\":[{\"type\":\"panel\",\"props\":{\"link_text\":\"Read more\",\"title_hover_style\":\"reset\",\"title_element\":\"h3\",\"title_align\":\"top\",\"title_grid_width\":\"1-2\",\"title_grid_breakpoint\":\"m\",\"meta_style\":\"meta\",\"meta_align\":\"below-title\",\"meta_element\":\"div\",\"content_column_breakpoint\":\"m\",\"icon_width\":80,\"image_align\":\"top\",\"image_grid_width\":\"1-2\",\"image_grid_breakpoint\":\"m\",\"image_svg_color\":\"emphasis\",\"link_style\":\"default\",\"margin\":\"default\",\"content\":\"\n\n<p><i>\\u201eMilcht\\u00f6pfe\\u201c und auch der kleine Bierkrug aus Steingut trocknen auf dem Zaun vor dem Haus; Mainstockheim 1964, Foto Otto Beck im Bildarchiv des Fr\\u00e4nkischen Freilandmuseums<\\\/i><\\\/p>\",\"image\":\"wp-content\\\/uploads\\\/2021\\\/05\\\/csm_Milchtoepfe_und_auch_der_kleine_Bierkrug_trocknen_auf_dem_Zaun_vor_dem_Haus__Mainstockheim_1964__Foto_Otto_Beck_im_Bildarchiv_des_FFM_kl_a6fb682f53.jpg\",\"panel_style\":\"card-default\"},\"name\":\"\\u201eMilcht\\u00f6pfe\\u201c und auch der kleine Bierkrug aus Steingut trocknen auf dem Zaun vor dem Haus; Mainstockheim 1964, Foto Otto Beck im Bildarchiv des Fr\\u00e4nkischen Freilandmuseums\"},{\"type\":\"panel\",\"props\":{\"link_text\":\"Read more\",\"title_hover_style\":\"reset\",\"title_element\":\"h3\",\"title_align\":\"top\",\"title_grid_width\":\"1-2\",\"title_grid_breakpoint\":\"m\",\"meta_style\":\"meta\",\"meta_align\":\"below-title\",\"meta_element\":\"div\",\"content_column_breakpoint\":\"m\",\"icon_width\":80,\"image_align\":\"top\",\"image_grid_width\":\"1-2\",\"image_grid_breakpoint\":\"m\",\"image_svg_color\":\"emphasis\",\"link_style\":\"default\",\"margin\":\"default\",\"content\":\"\n\n<p><i>Zwei Rezepte f\\u00fcr Biersuppen in \\u201eVollst\\u00e4ndiges N\\u00fcrnbergisches Kochbuch\\u201c, gedruckt 1691<\\\/i><\\\/p>\",\"image\":\"wp-content\\\/uploads\\\/2021\\\/05\\\/Biersuppe_in_Vollstaendiges_Nuernbergisches_Kochbuch_von_1691.jpg\",\"panel_style\":\"card-default\"},\"name\":\"Zwei Rezepte f\\u00fcr Biersuppen in \\u201eVollst\\u00e4ndiges N\\u00fcrnbergisches Kochbuch\\u201c, gedruckt 1691\"}]}]},{\"type\":\"row\",\"children\":[{\"type\":\"column\",\"props\":{\"image_position\":\"center-center\",\"media_overlay_gradient\":\"\"},\"children\":[{\"type\":\"headline\",\"props\":{\"title_element\":\"h4\",\"content\":\"Das Gelbe vom Ei \\u2013 was gesund ist und n\\u00e4hrt\"},\"name\":\"Das Gelbe vom Ei \\u2013 was gesund ist und n\\u00e4hrt\"}]}]},{\"type\":\"row\",\"props\":{\"layout\":\"3-5,2-5\"},\"children\":[{\"type\":\"column\",\"props\":{\"image_position\":\"center-center\",\"media_overlay_gradient\":\"\",\"width_medium\":\"3-5\"},\"children\":[{\"type\":\"text\",\"props\":{\"margin\":\"default\",\"column_breakpoint\":\"m\",\"content\":\"\n\n<p>Die dank des Bieres nahrhafte Biersuppe und das Biermus f\\u00fchrt das N\\u00fcrnbergische Kochbuch von 1691 sowohl in der Rubrik \\u201eKranken-Speisen\\u201c als auch bei den \\u201eFasten-Speisen\\u201c auf. Johann Albrecht Grunauer h\\u00e4lt in seinem Kochbuch, das 1733 in N\\u00fcrnberg erschien, in Rezept Nr. 54 \\u201eeine andere weisse Bier-Suppe\\u201c dienlich f\\u00fcr jene, \\u201edie so mit den Husten sehr behaftet sind\\u201c. Eine Wein-Suppe (Nr. 51) empfiehlt er f\\u00fcr \\u201eSchwinds\\u00fcchtige\\u201c. Der Lehrer Leonhard Conrad schreibt 1804 in seiner \\u201eDarstellung des Dorfes Weimersheim in seinem ganzen Umfang\\u201c unter den besonderen Br\\u00e4uchen \\u00fcber die Kindstaufe:<\\\/p>\\n\n\n<p><em>\\u201eBei dem Kindbettschmaus kommen 20-30 Weiber zusammen und verschlecken und genie\\u00dfen f\\u00fcr 12 - 16 fl. [= Gulden] Wecken. Die Gevatterin aber hat daf\\u00fcr zu sorgen, dass t\\u00fcchtig Zucker vorhanden sei, womit man s\\u00fc\\u00dfes Bier macht, und mit Wecken in eine gro\\u00dfe Sch\\u00fcssel eingebrockt, [und] austunkt. Jedes Weib schenkt aber nachher t\\u00fcchtig ins Kindbett.\\u201c (S. 174)<\\\/em><\\\/p>\\n\n\n<p>In Weimersheim bei Wei\\u00dfenburg war das Eierbier wohl eine st\\u00e4rkende Speise f\\u00fcr die W\\u00f6chnerinnen und gleichzeitig ein Festspeise f\\u00fcr die Frauen des Dorfes.<\\\/p>\\n\n\n<p>Viele der zu seiner Zeit g\\u00e4ngigen Gesundheitsvorstellungen und Wertungen der verschiedenen Getr\\u00e4nke fasst Bernhard Christoph Faust in seinem Gesundheitskatechismus zum Gebrauche in den Schulen und beim h\\u00e4uslichen Unterricht, gedruckt Wien 1795, zusammen. Dieses Werk war ausgesprochen popul\\u00e4r und erschien in sechs Auflagen. Faust schreibt \\u201eDer Wein, als Arzeney, erquikt den Matten und Schwachen\\u201c (S. 66). Wein galt ihm als besonders st\\u00e4rkend. Das g\\u00e4ngige Bier toleriert er in seinem Frage-Antwort-Schema des Katechismus: \\u201eIst das Bier ein gesundes Getr\\u00e4nk? D\\u00fcnnes, rein ausgegohrnes Bier ist f\\u00fcr Erwachsene wohl nicht sch\\u00e4dlich. Gutes Wasser ist aber ges\\u00fcnder und viel besser.\\u201c In der Fu\\u00dfnote dazu: \\u201eKinder verlieren durch Biertrinken die Lust zum Wasser, und legen den Grund zum Kaffe- Wein und Brannteweintrinken.\\u201c (S. 65) kommt der Lehrer und Volksaufkl\\u00e4rer durch, der zu M\\u00e4\\u00dfigkeit und gesundem Lebensstil auffordert und vor teuren Genussmitteln wie Kaffee und Wein warnt. Der Branntwein war zu dieser Zeit \\u2013 und erst recht dann in der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts \\u2013 das verbreitete Getr\\u00e4nk, mit dem sich die einfachen Menschen betranken und auch die Droge, mit der sich viele in der Last der Arbeit bet\\u00e4ubten. Das Bier dagegen galt den Aufkl\\u00e4rern als der gesunde Alkohol.<\\\/p>\\n\n\n<p>\\u201eGesund\\u201c wird unser Eierbier dann auch noch durch das zugegebene Eigelb \\u2013 \\u201edas Gelbe vom Ei\\u201c, wie die Redewendung sagt. Denn der Dotter galt als das Wertvollste vom Ei. Eine Erkl\\u00e4rung daf\\u00fcr liefert ein anderer Aufkl\\u00e4rer, n\\u00e4mlich der Arzt Johann Georg Kr\\u00fcnitz in seiner \\u00d6konomischen Enzyklop\\u00e4die, die 1773 bis 1858 erschien:<\\\/p>\\n\n\n<p><em>\\u201eWas die Wirkung der Eyer und der daraus zubereiteten Speisen, in Absicht auf die Gesundheit, betrifft so l\\u00e4\\u00dft sich dieselbe, nach den Eigenschaften ihrer beyden wesentlichen Theile, und nach ihrer Zubereitung, leicht beurtheilen. \\u2026 bey einer st\\u00e4rkern Hitze aber wird es dick, und endlich zu einem trocknen, z\\u00e4hen, unaufl\\u00f6sbaren Klumpen. Soll das Eywei\\u00df verdauet werden, so mu\\u00df seine z\\u00e4he Eigenschaft vermindert werden. Es mu\\u00df, wie die Gallerte, mit Wasser verd\\u00fcnnet werden, sonst bleibt es als ein steinharter K\\u00f6rper im Magen liegen. \\u2026<br \\\/>Der Eydotter hat wenigern Zusammenhang, und ist daher in einem reinen Magen leichtverdaulicher. \\u2026 Es n\\u00e4hrt ebenfalls sehr stark. \\u2026 Am gesundesten sind die Eyer, je mehr man sie in ihrem nat\\u00fcrlichen Zustande gela\\u00dfen hat, und je weniger sie durch starkes Feuer und gro\\u00dfe Hitze in ihrer milden Beschaffenheit ver\\u00e4ndert worden sind. So gehen z. E. die rohen Eyer, die Schl\\u00fcrfeyer, die Stippeyer, die dotterweichen Eyer, die gef\\u00e4llten und endlich die ged\\u00e4mpften Eyer, wenig oder gar nicht von ihrer urspr\\u00fcnglichen nat\\u00fcrlichen Beschaffenheit ab, und sind eine leichtverdauliche, sehr nahrhafte und \\u00fcberaus gesunde Speise. Sie ersetzen die verlornen Kr\\u00e4fte sehr geschwind bey Entkr\\u00e4fteten und Wiedergeneseten; sie sind die schicklichste Nahrung f\\u00fcr Schwinds\\u00fcchtige, f\\u00fcr Kranke, die kein Fieber haben, und f\\u00fcr alle diejenigen, die einen schwachen Magen haben, \\u2026<br \\\/>Indessen ist doch auch denen, die sich eines reinen Magens zu erfreuen haben, die Behutsamkeit anzurathen, da\\u00df sie nicht auf einmahl zuviel Eyer essen, \\u2026 Vielleicht hat dieses vor Zeiten die Salernitanische Schule bewogen, den Rath zu ertheilen, da\\u00df man zu jedem Ey ein Glas Wein trinken soll.\\u201c (Stichwort Ey in Bd. 11)<\\\/em><\\\/p>\\n\n\n<p>Kr\\u00fcnitz schlie\\u00dft hier nach dem \\u00c4hnlichkeitsprinzip, dass fl\\u00fcssiges Eigelb den fl\\u00fcssigen K\\u00f6rpers\\u00e4ften entspricht und deshalb ges\\u00fcnder sei als Eigelb. Das Rezept der Weinsuppe mit Ei \\u00fcbersetzt seine Gesundheitsregeln perfekt in die Kochpraxis. Aber auch das Eierbier, in dem die Eier nur legiert und nicht gekocht werden, ergibt nach Kr\\u00fcnitz\\u00b4 Vorstellungen \\u201eeine leichtverdauliche, sehr nahrhafte und \\u00fcberaus gesunde Speise\\u201c. Viel von dieser Einsch\\u00e4tzung der Eier hat sich bis heute gehalten. In der Kochlehre des Bayerischen Kochbuches z.B. hei\\u00dft es noch in j\\u00fcngsten Auflagen \\u201eDas Eigelb ist wertvoller als das Eiklar, in legierter Form sehr leicht verdaulich.\\u201c (S. 321)<\\\/p>\\n\n\n<p>Im Internet wird Eierbier noch heute vereinzelt als Hausmittel bei Erk\\u00e4ltungen empfohlen. Dabei ist zu beachten, was auch schon Kr\\u00fcnitz beschreibt, dass roh verzehrte Eier unbedingt frisch sein sollten. Sonst besteht die Gefahr sich mit Salmonellen zu infizieren. Heutige Gesundheitsexperten warnen allerdings davor, bei Fieber Alkohol in gr\\u00f6\\u00dferer Menge zu trinken, weil er das Immunsystem belastet. Hopfen dagegen wirkt beruhigend und f\\u00f6rdert den Schlaf. Ingwer und Honig finden sich auch weiterhin in vielen neueren Erk\\u00e4ltungsmitteln. So wird das Eierbier \\u2013 in Ma\\u00dfen und gelegentlich getrunken \\u2013 nicht schaden.<\\\/p>\"}}]},{\"type\":\"column\",\"props\":{\"image_position\":\"center-center\",\"media_overlay_gradient\":\"\",\"width_medium\":\"2-5\"},\"children\":[]}]},{\"type\":\"row\",\"children\":[{\"type\":\"column\",\"props\":{\"image_position\":\"center-center\",\"media_overlay_gradient\":\"\"},\"children\":[{\"type\":\"headline\",\"props\":{\"title_element\":\"h4\",\"content\":\"Umwertungen \\u2013 ein Getr\\u00e4nk unter verschiedenen Vorzeichen\"},\"name\":\"Umwertungen \\u2013 ein Getr\\u00e4nk unter verschiedenen Vorzeichen\"}]}]},{\"type\":\"row\",\"props\":{\"layout\":\"3-5,2-5\"},\"children\":[{\"type\":\"column\",\"props\":{\"image_position\":\"center-center\",\"media_overlay_gradient\":\"\",\"width_medium\":\"3-5\"},\"children\":[{\"type\":\"text\",\"props\":{\"margin\":\"default\",\"column_breakpoint\":\"m\",\"content\":\"\n\n<p>Rezepte f\\u00fcr Eierbier findet sich noch in ganz anderen Zusammenh\\u00e4ngen unter anderen Namen. Im Maggi-Kochbuch aus den Drei\\u00dfigerjahren ist ein Rezept eingeordnet in die Rubrik \\u201eErfrischungsgetr\\u00e4nke\\u201c und verwendet das als besonders nahrhaft geltende Malzbier. Im Bayerischen Kochbuch begegnet uns das Eierbier auch in der Rubrik \\u201eFlips\\u201c. Unter diesem Namen, der vom englischen \\u201eto flip\\u201c (aufschlagen) kommt, waren in den Siebzigerjahren Mixgetr\\u00e4nke aus Alkohol, Ei und Sahne modern. Die CocktailsWorld (https:\\\/\\\/www.cocktailsworld.net) erkl\\u00e4rt, dass das Ei aufgeschlagen eine sch\\u00f6ne Schaumkrone ergibt. Au\\u00dferdem werde der Drink dadurch weicher und der Alkohol somit geschmacklich entsch\\u00e4rft. Und mit dem Ei komme Umami als zus\\u00e4tzliche Geschmackskomponente hinzu. Deshalb sind Eier in Cocktails nach wie vor modern. In England und Amerika sind solche Getr\\u00e4nke unter dem Namen \\u201eEggnogs\\u201c seit dem 19. Jahrhundert ein traditionelles Getr\\u00e4nk f\\u00fcr Weihnachten und Neujahr. Das sind alkoholische Getr\\u00e4nke mit Ei, Zucker und Milch oder Sahne. Urspr\\u00fcnglich wurden sie im Winter warm getrunken; inzwischen gibt es Eggnogs als alkoholische Fertigprodukte, die auch kalt getrunken werden, das ganze Jahr \\u00fcber. So wurde und wird die traditionelle Rezeptur des warmen Alkohols mit Ei und Milch \\u00fcber die Zeit unter ganz unterschiedlichen Vorzeichen getrunken: als Reste-Essen, N\\u00e4hrbier, als st\\u00e4rkendes Getr\\u00e4nk, Krankenkost, Fastenspeise, als traditioneller Weihnachtsdrink, oder als Flip und heute als Cocktail.<\\\/p>\"}}]},{\"type\":\"column\",\"props\":{\"image_position\":\"center-center\",\"media_overlay_gradient\":\"\",\"width_medium\":\"2-5\"},\"children\":[]}]}]},{\"type\":\"section\",\"props\":{\"style\":\"muted\",\"width\":\"default\",\"vertical_align\":\"middle\",\"title_position\":\"top-left\",\"title_rotation\":\"left\",\"title_breakpoint\":\"xl\",\"image_position\":\"center-center\"},\"children\":[{\"type\":\"row\",\"props\":{\"layout\":\"3-5,2-5\"},\"children\":[{\"type\":\"column\",\"props\":{\"image_position\":\"center-center\",\"media_overlay_gradient\":\"\",\"width_medium\":\"3-5\"},\"children\":[{\"type\":\"headline\",\"props\":{\"title_element\":\"h4\",\"content\":\"Eierbier\"},\"name\":\"Eierbier\"},{\"type\":\"panel\",\"props\":{\"link_text\":\"Read more\",\"title_hover_style\":\"reset\",\"title_element\":\"h3\",\"title_align\":\"top\",\"title_grid_width\":\"1-2\",\"title_grid_breakpoint\":\"m\",\"meta_style\":\"meta\",\"meta_align\":\"below-title\",\"meta_element\":\"div\",\"content_column_breakpoint\":\"m\",\"icon_width\":80,\"image_align\":\"top\",\"image_grid_width\":\"1-2\",\"image_grid_breakpoint\":\"m\",\"image_svg_color\":\"emphasis\",\"link_style\":\"default\",\"margin\":\"default\",\"content\":\"\n\n<p><i>Eierbier, Foto Margarete Meggle-Freund<\\\/i><\\\/p>\",\"image\":\"wp-content\\\/uploads\\\/2021\\\/05\\\/csm_Eierbier__Foto_Margarete_Meggle-Freund_kl_c191d50aaf.jpg\",\"panel_style\":\"card-default\"},\"name\":\"Eierbier\"},{\"type\":\"text\",\"props\":{\"margin\":\"default\",\"column_breakpoint\":\"m\",\"content\":\"\n\n<p>Oma K\\u00e4the Lenharts Rezept f\\u00fcr das Eierbier ist wunderbar schlicht und damit alltagstauglich: Bier und Milch auf kleiner Stufe erw\\u00e4rmen. Dann von der Platte nehmen und vorsichtig das Ei unterr\\u00fchren und viel Zucker und Zimt zugeben. Damit es noch besser gegen Erk\\u00e4ltungen hilft, ersetze ich den Zucker durch Honig und w\\u00fcrze mit Ingwersaft. Das Aufschlagen von Sahne und Ei mit dem elektrischen Handmixer ergibt einen stabilen, dekorativen Schaum.<\\\/p>\\n\n\n<p>F\\u00fcr das Foto hat mir eine Nachbarin einen kleinen Glaskrug geliehen. Sie bekam ihn Ende der Siebzigerjahre als rustikales Geschenk vom Gasthof Gockel, in dem sie geheiratet hatte. Das Glas war so schlicht, dass der gute Krug f\\u00fcr den Gebrauch zum Trinken geeignet war, und doch so edel gl\\u00e4nzend, dass er auch f\\u00fcr die Vitrine zur Dekoration dienen konnte und so den Hochzeitsgasthof \\u00fcber die Jahre in Erinnerung hielt. In Franken hei\\u00dft ein solcher Krug von einem halben Liter Volumen \\u201eSeidel\\u201c. Ein \\u201eSeidla\\u201c ist im fr\\u00e4nkischen Raum die g\\u00e4ngige Einheit des Bierausschanks. Und die Katze der Wirtsleute der Wirtschaft am Kommunbrauhaus im Fr\\u00e4nkischen Freilandmuseum wird auch \\u201eSeidla\\u201c gerufen.<\\\/p>\\n\n\n<p>1 Liter ergibt: 500 ml helles Bier, 150 ml Schlagsahne, 350 ml Wasser, 3 Eigelb, 1 geh\\u00e4ufter Essl\\u00f6ffel Honig (z. B. der aus dem Fr\\u00e4nkischen Freilandmuseum) oder 50g Zucker, 2 Essl\\u00f6ffel Ingwersaftkonzentrat (z.B. \\u201eBens`s Ginger oder \\u201eInge\\u201c oder \\u201ePure Ginger\\u201c), gemahlener Zimt<\\\/p>\\n\n\n<p>Die Eidotter werden mit Honig und Sahne mit dem Handmixer aufgeschlagen und nach und nach wird die Milch dazu gegeben. W\\u00e4hrenddessen wird das Bier vorsichtig erw\\u00e4rmt und die Sahne-Eimasse legiert. Das Getr\\u00e4nk darf nicht kochen, sonst flockt das Ei und der gesundheitliche Wert des Honigs geht verloren. Zur Abrundung einen Schuss Ingwersaft zugeben. Oben auf den Schaum etwas gemahlenen Zimt streuen.<\\\/p>\\n\n\n<p>Wohl bekomm\\u2019s! Prosit auf die Gesundheit!<\\\/p>\"}}]},{\"type\":\"column\",\"props\":{\"image_position\":\"center-center\",\"media_overlay_gradient\":\"\",\"width_medium\":\"2-5\"},\"children\":[]}]}]},{\"type\":\"section\",\"props\":{\"style\":\"default\",\"width\":\"default\",\"vertical_align\":\"middle\",\"title_position\":\"top-left\",\"title_rotation\":\"left\",\"title_breakpoint\":\"xl\",\"image_position\":\"center-center\"},\"children\":[{\"type\":\"row\",\"props\":{\"layout\":\"1-5,3-5,1-5\"},\"children\":[{\"type\":\"column\",\"props\":{\"image_position\":\"center-center\",\"media_overlay_gradient\":\"\",\"width_medium\":\"1-5\"},\"children\":[{\"type\":\"image\",\"props\":{\"margin\":\"default\",\"image_svg_color\":\"emphasis\",\"image\":\"wp-content\\\/uploads\\\/2021\\\/02\\\/freilandmuseum_badwindsheim_signet_RGB_gross-1.jpg\",\"link\":\"https:\\\/\\\/freilandmuseum.de\\\/\"}}]},{\"type\":\"column\",\"props\":{\"image_position\":\"center-center\",\"media_overlay_gradient\":\"\",\"width_medium\":\"3-5\"},\"children\":[{\"type\":\"text\",\"props\":{\"margin\":\"default\",\"column_breakpoint\":\"m\",\"content\":\"\n\n<p>In meiner<a href=\\\"https:\\\/\\\/margarete.meggle-freund.de\\\/?page_id=1950\\\"> Kulinarikserie<\\\/a> des<a href=\\\"https:\\\/\\\/freilandmuseum.de\\\/\\\"> Fr\\u00e4nkischen\\u00a0 Freilandmuseum Bad Windsheim<\\\/a>\\u00a0finden sich alte und erneuerte Rezepte mit Zutaten aus Franken, einfach und allt\\u00e4glich, oder auch einmal aufwendigere, kreative Rezepte mit kulturhistorischem Hintergrund.<\\\/p>\"}}]},{\"type\":\"column\",\"props\":{\"image_position\":\"center-center\",\"media_overlay_gradient\":\"\",\"width_medium\":\"1-5\"},\"children\":[]}]}]}],\"version\":\"2.3.32\"} --><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"uk-panel\">\n    <a href=\"https:\/\/margarete.meggle-freund.de\/?p=2561\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"uk-align-left uk-margin-remove-adjacent\" src=\"wp-content\/uploads\/2021\/05\/csm_Eierbier__Foto_Margarete_Meggle-Freund_kl_c191d50aaf.jpg\" width=\"225\" height=\"150\" alt=\"Example image\"><\/a><\/p>\n<p>Eierbier \u2013 warmes Bier mit Milch und Ei \u2013 erschien mir zuerst ein Kuriosum zu sein. Begonnen hat meine Erfahrung mit Eierbier mit einem Rezept von K\u00e4the Lenhart, die aus dem Sudetenland fl\u00fcchten musste und dann in Ipsheim gelebt hat. Bei Nachforschungen in der histo-rischen Kochbuchliteratur stellte es sich dann aber als ein Grundrezept der traditionellen K\u00fcche heraus, das im Laufe der Zeit unter ganz verschiedenen Vorzeichen \u2013 von der Fastenspeise bis zum Flip \u2013 angeboten wurde. Zu meiner \u00dcberraschung waren meine Testtrinker von dem ungew\u00f6hnlichen Trunk ganz begeistert..<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-2561","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/margarete.meggle-freund.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2561","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/margarete.meggle-freund.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/margarete.meggle-freund.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/margarete.meggle-freund.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/margarete.meggle-freund.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2561"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/margarete.meggle-freund.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2561\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2583,"href":"https:\/\/margarete.meggle-freund.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2561\/revisions\/2583"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/margarete.meggle-freund.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2561"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/margarete.meggle-freund.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2561"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/margarete.meggle-freund.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2561"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}