Gesammelte Gegenwart- Eine virtuelle Ausstellung

Aussterbende Gegenwart


Täglich sind wir von Gegenständen und Dingen umgeben. Sie strukturieren und markieren unsere Alltagswelt, unser Selbstbild ebenso wie unser Verhalten.

Wie selbstverständlich gebrauchen wir sie und orientieren uns an ihnen.

Doch auch umgekehrt determinieren unsere gegenwärtigen gesellschaftlichen wie kulturellen Vorraussetzungen die Dinge und deren Gebrauch. Die Bedeutungen und Funktionen von Dingen ändern sich, so wie sich der Mensch ändert.

Gerade aus ökonomischen Gründen sind heute viele Alltagsgegenstände „vom Aussterben bedroht“. Aber auch durch technische und gesellschaftliche Veränderungen verlieren sie ihre Berechtigung. So übernehmen andere Objekte deren Funktionen oder definieren sie gänzlich neu. Der Wegfall gewohnter Dinge macht den Wandel sichtbar.

Das in dieser Kategorie ausgestellte Objekt, der Zigarettenstopfer, soll diese Entwicklung verdeutlichen. Denn durch die höhere Besteuerung des Tabaks ist es nur noch eine Frage der Zeit wann dieses beliebte „Raucherutensil“ gänzlich von der Bildfläche verschwunden sein wird.

Entgegen dieser Entwicklung zu immer schnellerem Wandel gibt es heute Tendenzen der Rückbesinnung, Gedanken an die „gute alte Zeit“, an die scheinbar unbekümmerte Kindheit. Gerade hier spielen Dinge eine entscheidende Rolle. Fungieren sie doch als Zeugen der Vergangenheit, sind in ihnen doch ganze Lebenserinnerungen und –abschnitte markiert. Die scheinbar stummen Dinge sind offen dafür: Unter dem Phänomen „Retro“ werden Dinge aus vergangenen Jahrzehnten neu kontextualisiert und zugleich mit einer neuen symbolischen Bedeutung belegt.

Der Kaugummiautomat, als „Hort der Kindheitserinnerungen“ vergegenwärtigt diesen Trend und lässt uns schlussfolgern: „Sind wir nicht alle ein bisschen retro?“

(Franziska Horschig)


Zurück zur Startseite

Impressum
Dr. Margarete Meggle-Freund
powered by cmsimple.dk - template by 2bdesign.de
Login