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Wiederbelebung der internationalen Santiagofahrt
Einer internationalen
Öffentlichkeit wurde das Phänomen der Jakobswallfahrt erst wieder bekannt, als
sich seit den 1940er Jahren die internationale Geschichtswissenschaft damit
beschäftigte. Zahlreiche Kongresse und Ausstellungen thematisierten die
Jakobswallfahrt. Anknüpfend an die Kultur des christlichen Abendlandes wurde in
einem vereinten Europa in den Jahren nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges
ein Gegenentwurf zu den nationalistischen Kriegs-Ideologien gesucht. Zu diesem
Zeitgeist passt die Beschäftigung mit der europäischen Jakobswallfahrt. Schon
1950 wurde in Paris die erste Gesellschaft zur Förderung der Jakobswallfahrt
gegründet: „Les amis de Saint-Jacques de Compostela“.
Parallel dazu bemühte sich die
spanische Tourismusbehörde an die Pilgertradition anzuknüpfen und damit
Santiago und den kulturellen Reichtum Nordspaniens touristisch zu vermarkten.
Die Pilger- und Touristenzahlen stiegen. Seit 1986 gibt es an der Kathedrale
von Santiago eine feste Anlaufstelle für Pilger. Sie können sich dort die
„Compostela“ ausstellen lassen. In der lateinischen Urkunde – nach
mittelalterlichem Vorbild – wird dem Pilger, der die letzten 100 Kilometer bis
Santiago zu Fuß oder 200 km mit dem Rad zurückgelegt hat, die „peregrination ad
limina Beati Jacobi“ (= Wallfahrt zu den Schwellen des Heiligen Jakobus)
bestätigt. Dort
gemeldete Pilger gehen in die offizielle Statistik ein.
→ Der Jakobsweg als erste europäische Kulturstraße
© Dr. Margarete Meggle-Freund
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