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Der Jakobsweg als erste europäische Kulturstraße
Mit dem Tod Francos 1975 und der EU-Mitgliedschaft 1986 war
Spaniens Weg frei für eine europäische Öffnung. Der Europarat stellte sein
großangelegtes Projekt „Wege der Jakobus-Pilger als europäische Kulturstraßen“
1987 vor. Mit der Proklamation des Jakobsweges als erster europäischer
Kulturstraße waren verschieden Ziele[3] verbunden:
Zuvorderst als politisches Anliegen die gemeinsame europäische Identität
heutiger Europäer zu aktivieren; in Bezug auf ein gesamteuropäisches
historisches Phänomen die Zusammengehörigkeit der europäischen Länder als
kulturelle Realität erlebbar zu machen; und schließlich diese sanfte Form des
Kulturtourismus als Alternativ anzubieten, um so eine einseitige Ausrichtung
auf die Strandregionen zu vermeiden und auch andere Kulturziele touristisch zu
erschließen.
Der Europarat begann mit der Rekonstruktion der Infrastruktur des historischen Jakobsweges: Er gab eine
Karte europäischer Jakobswege heraus; entwickelte mit der gelben Muschel auf blauem Grund ein einheitliches Logo; förderte mit
Jugend- und Kulturprogrammen den Bezug auf das historische Erbe und trieb an
den Hauptrouten den Bau von Pilgerherbergen (= refugios) voran. Viele der
Refugios werden von St.-Jakobs-Gesellschaften unter Einsatz zahlreicher Ehrenamtlicher
betrieben. So gehen offizielles und privates Engagement Hand in Hand.
→ Jakobspilger in Deutschland und Baden
© Dr. Margarete Meggle-Freund
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