Das Band-Shirt –

Uniform oder Freiheit?

Spätestens seit Woodstock und der einhergehenden Jugendbewegung
drückt sich die Verbindung zwischen Musik, Politik und Freiheit neu aus.
Stellvertretend stehen Musikgruppen durch Erscheinung, Texte und
musikalisches Klangbild für eine bestimmte Einstellung.
Diese kann besonders politisch – als auch bedacht unpolitisch sein.
Durch weltweite Verbreitung über Radio, Internet und Musiksender
entsteht ein Code. Diesem schließt man sich durch Tragen von Bandkleidung an.



„Codes“ und ihre Träger auf dem Novarock-Festival 2008: Bob Marley, Bullet for my Valentine (T-Shirt und Bandlogo auf der Bühne dahinter) und Shirt Beispiele von Chimaira, Slayer, Foo Fighters und Red Hot Chili Peppers (von links nach rechts)


Die Gestaltung des Band-Shirts folgt einem einfachen Schema:
Bei der Band „Die Ärzte“ zeigt die Kleidung das Bandlogo und verweist in
verschiedenen Kollektionen auf die aktuelle Veröffentlichung oder Tournee.
Durch das „Nach-außen-Zeigen“ seines Musikgeschmacks versucht der
Träger Kontakt zu Gleichgesinnten aufzunehmen, gemeinsame
gesellschaftliche Ideale zu vertreten oder sich Modetrends anzuschließen.



Ärzte-Fans auf dem Novarock-Festival 2008. Verschiedene Kollektionen verweisen auf die aktuelle Musikveröffentlichung oder Tournee.


Das Band-Shirt ist mittlerweile Teil einer umfassenden
und gewinnbringenden Marketingstrategie der Musikindustrie:
Die ständige Konfrontation mit Katalogen und
Verkaufsständen auf Konzerten und Musikfestivals steigert
das Bedürfnis der Fans das Produkt zu erwerben.
Auch in Mode und Werbung ist das Band-Shirt allgegenwärtig.
Der Käufer übersetzt das in Musikveranstaltungen erlebte
Gemeinschaftsgefühl durch Kleidung in seine persönliche Alltagswelt.

So gleicht das Band-Shirt durch seine Beliebtheit einer Uniform,
bei welcher die individuelle Aussage schwerer lesbar ist.
Trotzdem wird eine persönliche Botschaft nicht ausgeschlossen,
nur die Grenzen zwischen
gemeinsamen Idealen und unverbindlicher Nutzung lösen sich auf.



Das Angebot: der Fan erwirbt das T-Shirt im mobilen Bandkaufhaus auf Festivals und Konzerten. Oder bequem von zu Hause. Hier bietet das Merch Mag Fan-Acessoires der „Ärzte“ zum Versand an


Bandshirts von den Ärzten, Die Mannequin, New Model Army, Beatsteaks u. a., Preise zwischen 20 und 30 € pro Shirt

Jasmin Hausladen


Bildnachweise:

Literatur: