Sneakers -

Vom Sportschuh zum Kultobjekt

Als 1917 der erste „Converse All Star“ auf den Markt kam,
ahnte niemand was für einen Trend der neue Schuh auslösen sollte.
Er wurde für Jahrzehnte der Inbegriff des Sneakers in Nordamerika
und verhalf den ursprünglichen Sportschuhen zu ihrem Triumph.

Frühe Converse All Star Werbung

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Waren Sneakers bis dahin noch reine Gebrauchsgegenstände,
entwickelten sie sich nun zu einem Symbol für Coolness und Lässigkeit.
Im Gegensatz zu den damals bevorzugten Lederhalbschuhen
verursachten die „Schleicher“ keine Geräusche beim Auftreten.
Aus diesen Gründen wurden sie hauptsächlich von jungen Leuten getragen
und dienten damit als Abgrenzung zu den Erwachsenen.
Sie waren sichtbarer Protest gegen die herrschenden Verhältnisse.

Die öffentliche Akzeptanz von Sportschuhen hat sich seitdem gewandelt:
Mit der Entwicklung der „Edelsneaker“ in den 1970er Jahren
und der allgemeinen Sporteuphorie der 80er Jahre wurde
eine neue Zielgruppe von Trägern angesprochen.
Und das nicht nur im Freizeitbereich wie „der Turnschuhminister“
Joschka Fischer bewies, der sie 1985 bei seiner Vereidigung trug.
Inzwischen können Sneakers von allen Altersklassen getragen werden
und sogar zum Anzug sind sie erlaubt und akzeptiert.

Joschka Fischer bei seiner Vereidigung im hessischen Landtag mit Turnschuhen, 1985

Joschka Fischer bei seiner Vereidigung im hessischen Landtag mit Turnschuhen, 1985

Der ehemalige Sportschuh hat sich zu einem Allrounder entwickelt,
der nur noch in der Freizeit und als Modeobjekt getragen wird,
da er für den Sport nicht mehr zu gebrauchen ist.
Heute sind Sneakers ein modisches Muss und begehrte Kultobjekte,
die nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken sind.

"Sneakerfamilienbestand"

„Familiensneakerbestand“

Teresa Lerch


Literatur:

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