Der Bikini –

"Ein hübsches Nichts, was Sie da beinahe anhaben!"¹

Am 5.Juli 1946 schockierte der Ingenieur Louis Réard die Welt,
als er die bis dato kleinste zweiteilige Bademode präsentierte.
Nur eine Pariser Nackttänzerin wagte, die vier knappen Dreiecke,
die in eine Streichholzschachtel passten, vorzuführen.
Der Aufschrei der Entrüstung war groß und der Bikini geboren.
Seinen Namen verdankt der Bikini dem Bikini-Atoll, einer Pazifik-Insel,
die nach dem ersten Atomtest der Nachkriegszeit in aller Munde war.
Sinnigerweise heißt „Bikini“ übersetzt „das Land der Kokosnüsse“.

Hollywood-Starlets nutzten das „Stückchen Stoff“ bewusst um ihre Karriere anzukurbeln.

Dank der neuen elastischen Faser Lycra, der zunehmenden Reisefreudigkeit
und mit Hilfe von Hollywood-Schönheiten à la Ursula Andress,
die für Schlagzeilen bereit waren Sittentabus zu brechen,
gelang dem Bikini bald der Durchbruch.

Heute ist der Bikini nicht nur auf dem Beachvolleyballfeld ein Muss,
sondern stiehlt auch unter T-Shirts so manchem BH die Show.
Einige Magazin verdanken den Bikini-Models auf der
Titelseite ihre Verkaufszahlen. Und heute wirbt sogar die Universität
Berkley mit Bikinischönheiten um neue Studenten.
Die Grenzen des guten Geschmacks setzt nur noch die Figur.
Schließlich bedeckt der Bikini die weiblichen Vorzüge,
um dadurch gekonnt auf sie aufmerksam zu machen.

Die Verhältnisse haben sich umgekehrt: Verstecken ist nicht mehr
vorgesehen. Von heutigen Frauen wird selbstverständlich erwartet,
dass sie ohne Scheu ihren Körper selbstbewusst präsentieren.
Daher quälen sich auch diesen Sommer wieder viele Frauen um ihrer
Bikinifigur einen Schritt näher zu kommen. Denn es gilt immer noch,
was Sean Connery – alias James Bond – in Dr. No aussprach:
„Ein hübsches Nichts, was Sie da beinahe an haben„¹.

Bikinitatsachen…



Maximiliane Lindner


Literatur:

* Berger, Beate: Der Bikini. Eine Enthüllungsgeschichte. Hamburg 2004.

¹ "Ein hübsches Nichts, was Sie da beinahe anhaben!", Sean Connery alias James Bond, im Film "Dr. No", 1962

Bildnachweise:

* Bild 1: http://www.theage.com.au/ffximage/2006/06/02/bikini_0306_narrowweb__300x387,0.jpg, 06.07.2008; Marilyn Monroe, Raquel Welch und Ursula Andress als Hollywood`s unanständige Bikini Babes.

* Bild 2:

* Bild 3:

* Bild 4: privat, gezeichnet Mai 2008