Spätestens seit Woodstock und der einhergehenden Jugendbewegung
drückt sich die Verbindung zwischen Musik, Politik und Freiheit neu aus.
Stellvertretend stehen Musikgruppen durch Erscheinung, Texte und
musikalisches Klangbild für eine bestimmte Einstellung.
Diese kann besonders politisch – als auch bedacht unpolitisch sein.
Durch weltweite Verbreitung über Radio, Internet und Musiksender
entsteht ein Code. Diesem schließt man sich durch Tragen von Bandkleidung an.
Die Gestaltung des Band-Shirts folgt einem einfachen Schema:
Bei der Band „Die Ärzte“ zeigt die Kleidung das Bandlogo und verweist in
verschiedenen Kollektionen auf die aktuelle Veröffentlichung oder Tournee.
Durch das „Nach-außen-Zeigen“ seines Musikgeschmacks versucht der
Träger Kontakt zu Gleichgesinnten aufzunehmen, gemeinsame
gesellschaftliche Ideale zu vertreten oder sich Modetrends anzuschließen.
Das Band-Shirt ist mittlerweile Teil einer umfassenden
und gewinnbringenden Marketingstrategie der Musikindustrie:
Die ständige Konfrontation mit Katalogen und
Verkaufsständen auf Konzerten und Musikfestivals steigert
das Bedürfnis der Fans das Produkt zu erwerben.
Auch in Mode und Werbung ist das Band-Shirt allgegenwärtig.
Der Käufer übersetzt das in Musikveranstaltungen erlebte
Gemeinschaftsgefühl durch Kleidung in seine persönliche Alltagswelt.
So gleicht das Band-Shirt durch seine Beliebtheit einer Uniform,
bei welcher die individuelle Aussage schwerer lesbar ist.
Trotzdem wird eine persönliche Botschaft nicht ausgeschlossen,
nur die Grenzen zwischen
gemeinsamen Idealen und unverbindlicher Nutzung lösen sich auf.
Jasmin Hausladen