Zwischen Altbau und Platte
Erfahrungsgeschichte(n) vom Wohnen. Alltagskonstruktion in der Spätzeit der DDR.

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Anhang III
Interviewleitfaden zum "Wohnen im Sozia-
lismus"
0 Vorbemerkungen
a) Die folgenden Fragen sind nur als Anhaltspunkte für halbstandardisierte Interviews
gedacht.
Die Steuerung des Gesprächs soll so weit als möglich dem Gesprächspartner überlassen blei-
ben. Nicht jede Frage wird in jedem Interview vorkommen, nur die einzelnen Oberbereiche
sollen abgedeckt werden. Die in den aufgelisteten Fragen enthaltenen Wiederholungen sollen
im Interview wegfallen. Die Formulierung richtet sich jeweils nach dem Standpunkt und dem
Bildungsgrad des Befragten.
Das Gespräch sollte in der Wohnung des Befragten stattfinden. Dauer voraussichtlich: 2 bis 3
Stunden, eventuell mehrmaliger Besuch
b)Ergänzt wird das Interview durch einen Fragebogen zu den Personendaten, jeweils ein Ge-
sprächsprotokoll und eine Wohnungsbeschreibung durch die Interviewerin.
c) Sample
: Angestrebt wird eine breite soziale und altersmäßige Streuung. Aus jedem Stadt-
teil/Viertel/Quartier sollte mindestens ein Gesprächspartner kommen. Die Interviewpartner soll-
ten die DDR - Zeit noch bewusst miterlebt haben, also mindestens 25 Jahre alt sein und vor-
wiegend in Reichenbach gelebt haben.
Einige Wohnungen sollen in Fotos dokumentiert werden.
d) Vorannahmen und Denkrichtungen
, die u.a. in die Art der Fragen eingegangen sind, aber
nach Möglichkeit im Gespräch wegfallen sollten:
- Ich gehe von einer Dichotomie Wohnung und Arbeitsort aus.
- Ich habe beim Begriff ‚Wohnung’, gemäß meinen eigenen Erfahrungen, eine relativ statische
Vorstellung: Es gibt die eine Wohnung, die auch über längere Zeit die Hauptwohnung ist/war.
- Ich gehe von einem Konzept: früher - heute, vor und nach der "Wende", aus.
A Vorstellung
Guten Tag. Es ist freundlich von Ihnen, dass Sie sich zu einem Gespräch bereit erklärt haben.
- Projekt
: Es geht um eine Promotion im Fach Volkskunde/Europäische Ethnologie an der
Ludwigs-Maximilians-Universität in München. Das Thema ist das Alltagsleben in der DDR
und die Wandlungen bis heute am Beispiel des Wohnens. Viele Menschen aus dem Westteil
Deutschlands können sich nicht recht vorstellen, wie das ganz normale tägliche Leben im ande-
ren Teil Deutschlands aussah. Diese Arbeit soll ein Stück weit helfen, sich gegenseitig besser
zu verstehen. Schuldfragen spielen dabei keine
Rolle.