
solcher Kostbarkeiten an Spitzen, Bändern und
Borten. Erst die Industrialisierung des
Textilgewerbes
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machte diese Kurzwaren in gro-
ßer Menge für breite Schichten verfügbar. Dennoch
blieben sie ein teurer Luxusartikel. Besonders auf-
fällig ist dies wieder bei den Trachten, wo im
Bereich der Hauben schwarze Moirébänder in
inflationärer Menge eingesetzt und dann auch
noch ganze Zierschürzen aus diesen schwarzen
Bändern zusammengesetzt wurden. Man schien
vom kostbaren Band gar nicht genug ausstellen zu
können. Für Hüte waren Federn
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der beliebteste
Dekor. Ganze Vogelleiber zierten Hüte und Kleider.
Der Gebrauch von Federn war so exzessiv, dass
Vogelarten wie der Paradiesvogel deshalb nahezu
ausgerottet wurden. Mit dem Ersten Weltkrieg
flachte diese Mode nach Protesten von
Vogelschützern etwas ab und Kunstblumen traten
wieder stärker in den Vordergrund.
Mit den gesellschaftlichen Veränderungen in den
Zwanzigerjahren wurden dann oft völlig ver-
schlusslose Kleider für Frauen modern. Dies erleb-
ten die Zeitgenossen als revolutionäre Veränderung
im Kleidungsverhalten – die „zugeknöpften“ Zeiten
waren vorbei.
Herausgeputzt und abgenutzt – Kinder-
kleidung
Bis um 1900 war eine spezielle Kinderkleidung
nicht üblich. Mädchen gehobener Gesellschafts-
klassen steckten – wie ihre Mütter – in einengenden
Korsetts und unbequemen Röcken. Buben trugen
beispielsweise – wie ihre Väter – Anzüge mit frak-
kartigen Jacken, Westen und enge Krägen.
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Auch
Kinder der Mittel- und Unterschicht waren im We-
sentlichen nach dem Vorbild der Erwachsenen
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gekleidet.
Am Kleid gespart
Kinder einfacher Leute besaßen meist nur ein
Sonntagskleid beziehungsweise einen Anzug.
Abgetragene Sonntagskleidung wurde zur
Werktagskleidung. Soweit möglich, trugen jüngere
Geschwister die Kleidung auf. Neue Kleidung
wurde oft gleich zu groß gekauft oder angefertigt,
damit man noch hineinwachsen konnte und oft
mehrmals umgearbeitet, gestopft und geflickt und
so lange genutzt, bis dies wirklich nicht mehr mög-
lich war. Viele Kleidungsstücke begleiteten ein Kind
viele Jahre lang bis es dem jüngeren Geschwister
„vererbt“ wurde. So kamen manche Buben und
Mädchen, die sich innerhalb der Geschwisterfolge
an „ungünstiger Stelle“ befanden, während ihrer
Kindheit höchst selten zu einem neuen
Kleidungsstück.
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Kinderkleidung
Babykleidung:
Windelhöschen,
Strümpfe mit
Strumpfbändern,
Stoffschuhe,
Taufhäubchen,
Babyjäckchen,
Strickkleid,
1. Hälfte
20. Jahrhundert
Artur Heinlein im Bleyle-Matrosenanzug bei der Erstkom-
munion in Dettelbach, 1946



