Dr. Margarete Meggle-Freund  |   Publikationen  |   Kontakt  

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dieser Zeit H├╝te oder Pelzm├╝tzen. Bei deren
Verzierung waren der Phantasie keine Grenzen
gesetzt. Aufw├Ąndige H├╝te galten als der Innbegriff
von weiblichem Modeluxus; und der Vorwurf,
Frauen lie├čen viel Geld bei der Putzmacherin (die,
die H├╝te aufputzt, d.h. verziert), war verbreitet.
Auch Elisabeth Meier zeigte bei den H├╝ten modi-
schen Chic. Das beweisen zwei reich verzierte
Kapotth├╝te. Auch eine Pelzm├╝tze, dazugeh├Ârige
Muffs und einige Pelzkr├Ągen als Accessoires bein-
haltete die Meiersche Garderobe (siehe Abb. S. 37).
Mit solchen deutlich modischen Accessoires ver-
half Frau Meier ihrer sonst eher gem├Ą├čigt bis tradi-
tionell angelegten Garderobe zu modischem Chic.
Bei diesen modischen Requisiten d├╝rfte es sich
weitgehend um fertig gekaufte St├╝cke handeln, im
Gegensatz zu der ├╝berwiegend handwerklich
gefertigten Oberbekleidung. Die Konfektionsst├╝cke
stehen f├╝r den schnelleren modischen Wandel die-
ser Zeit.
- Ein Cape dar├╝ber, ein Unterrock darunter: mehr-
schichtig durch den Winter
Zur Komplettierung der Garderobe besa├č Elisabeth
Meier auch noch ein Cape als ├ťberbekleidung f├╝r
den Winter. Ein Cape ist ein tellerf├Ârmiger Umhang
ohne ├ärmel. Die zeitgen├Âssische Modeliteratur
schlug auch M├Ąntel f├╝r Frauen vor, die ├Ąhnlich wie
die Kost├╝mjacken geschnitten waren ┬ľ nur deutlich
l├Ąnger. Bei den ├╝brigen St├╝cken der Ober-
bekleidung l├Ąsst sich keine deutliche Unter-
scheidung in Sommer- und Winterkleidung feststel-
len. Dies deckt sich mit der oft geh├Ârten
Erinnerungsaussage, dass Frauen sommers wie win-
ters grunds├Ątzlich die gleichen Kleidungsst├╝cke tru-
gen, sich nur im Winter mit zus├Ątzlichen Unter-
r├Âcken und Schals w├Ąrmten und im Sommer etwas
leichtere Blusen anhatten.
- Wohl-besch├╝rzt in allen Lebenslagen
Vom am h├Ąufigsten getragenen Oberbekleidungs-
st├╝ck, der Sch├╝rze, haben sich von Elisabeth Meier
nur einige festlichere St├╝cke erhalten. Dies sind
zum einen vier Halbsch├╝rzen aus Seide und zum
anderen eine schwarze Latzsch├╝rze aus gl├Ąnzen-
dem L├╝sterstoff (ein Mischgewebe aus Wolle und
Baumwolle beziehungsweise Leinen). Allerdings
besitzt das Museum kartonweise Sch├╝rzen von
20
Komplett
ausgestattet
Latzsch├╝rze aus
L├╝sterstoff, getragen zu
„besseren Gelegen-
heiten“,
1. H├Ąlfte 20. Jahr-
hundert
Zierhalbsch├╝rzen, um
1900
Zierhalbsch├╝rzen Versandkatalog des Kaufhauses Wertheim,
1903/04